Balve – Große Ehre für Werner Ahrens. Dem Ehrenvorsitzenden der Heimwacht Balve wird am 1. April durch Landrat Thomas Gemke (CDU) das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Ahrens hat sich um die sauerländische Eigenart in Sprache, Brauchtum, Literatur und Kunst verdient gemacht und in mehr als fünf Jahrzehnten kreativen Schaffens als Grafiker, Designer und Maler, vor allem aber als engagierter Heimatkundler den Menschen in der Region geschichtliches Wissen nahe gebracht. Ein Vierteljahrhundert war er auch Vorsitzender des Heimatvereins Heimwacht Balve.
Zudem schrieb Ahrens Bücher über Balve und die Balver Pfarrkirche und verfasste viele Schriften, Broschüren, Illustrationen und Plakate über Kunst, Kultur, Geschichte und Geschichten in seiner Heimatstadt.
Aktion „Saubere Landschaft“
Wesentlich auf die Initiative von Werner Ahrens geht auch die Aktion „Saubere Landschaft“ zurück, die die Heimwacht seit vielen Jahren durchführt. Parallel zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Vereinsvorsitzender gehörte er dem Rat der Stadt von 1975 bis 1982 an und war Vorsitzender des Kulturausschusses. Zwei seiner wichtigsten Projekte war die Vorbereitung und Durchführung der Feierlichkeiten zu „550 Jahre Stadtrechte“ 1980 und die Neugründung des Festspielvereins.
Ahrens schuf das über Balve hinaus bekannte Höhlensymbol und das Mammut als Balver Werbemarken. Bereits seit 1964 engagierte sich der Balver im erweiterten Vorstand des „Sauerländer Heimatbundes“ und war ab 1975 auch im „Heimatbund Märkischer Kreis“ und im „Förderverein Luisenhütte“ aktiv.
Dunkles Kapitel der Geschichte
Maßgeblich auf seine Initiative zurück geht die geschichtliche Aufarbeitung eines dunklen Kapitels Balver Geschichte zurück. Im 16. Jahrhundert fielen in Balve etwa 300 Menschen der Hexenverbrennung zum Opfer. Ahrens hat diese Ereignisse ins öffentliche Bewusstsein gerückt und neben einer Reihe von Vorträgen und Veranstaltungen vor allem durch die Installation einer Gedenkstele am Ort der Verbrennungen bleibende Erinnerung geschaffen.
„Werner Ahrens lebt Geschichte und ist in seinem Tun und Handeln authentisch. Unermüdlich setzt er sich gegen das Vergessen ein und hat mit Blick auf sein mehr als 50-jähriges Wirken in all den Jahren des Umbruchs, des Werteverfalls und einer zunehmenden Orientierungslosigkeit immer wieder Akzente der Beständigkeit und des Halts gesetzt, in dem es ihm und uns als Heimwacht gelungen ist, mit der historischen Sicht der Dinge die tagesaktuelle Aufgeregtheit zu relativieren“, sagt der aktuelle Heimwacht-Vorsitzender Peter Glasmacher.
25 Jahre Vorsitzender
Glasmacher hat den Vorsitz erst im vergangenen Jahr von Ahrens übernommen. Nach dessen Rücktritt nach 25 Jahren wählten ihn die Heimwacht-Mitglieder schnell zum Ehrenvorsitzenden.
Quelle: come-on.de – Markus Wilczek
