Nach Mühlen-Debatte: Heimwacht möchte sich künftig stärker einbringen

Die Heimwacht Balve will sich künftig mehr einbringen: Sich nicht zur Wocklumer Mühle geäußert zu haben, bezeichnete der Verein auf seiner Jahreshauptversammlung als Versäumnis.

Balve – Auch im 103. Jahr ihres Bestehens hat die Heimwacht Balve nicht an Bedeutung verloren. Während der Jahreshauptversammlung zeigte sich beim umfangreichen Tätigkeitsbericht, dass der Vorstand sehr viel bewegt hat. Dafür gab es von den Mitgliedern für den Vorsitzenden Peter Glasmacher, den Schriftführer Dr. Ludger Schulte, die Kassenwartin Elisabeth Stüeken, und Ludger Terbrüggen als engagiertes Beiratsmitglied viel Beifall. Denn die Restaurierung der Theodor-Pröpper-Gedenktafel, des Hoffmeister-Pröpper-Brunnens, und des St. Marien-Bildstockes wurde als jeweils dringend erforderlich angesehen, und in die Tat umgesetzt.

Auf Initiative der Heimwacht fand die Einweihung des Elisabeth-Düser-Parks statt sowie ein Findungs-Prozess, wie in Zusammenarbeit mit der Stadt Balve demnächst Straßennamen an verdiente Balver Bürger vergeben werden können. Und auch dies wurde gemacht: Der Ehrenvorsitzende Werner Ahrens übergab das Archiv der Heimwacht ans Stadtarchiv, und der über 30 Jahre alte Wegweiser zur Luisenhütte wurde überarbeitet. Auf dem jüdischen Friedhof wurde am 9. November anlässlich des Pogroms von 1938 gegen jüdische Mitbürger erinnert. Weitere Projekte sind die Restaurierung der Johannes-von-Nepomuk-Statue in Wocklum, aber auch die Figur des hl. Franziskus oberhalb vom Schloss Wocklum.

Und besonders bei dieser über 240 Jahre alten Heiligendarstellung sieht man dringenden Handlungsbedarf, denn sie ist in einem erbärmlichen Zustand. Peter Glasmacher: „Bürgermeister Mühling sagte uns seine Unterstützung zu.“ Die Heimwacht führe demnächst Gespräche mit einem Restaurator, sodass nach den dann vorliegenden Kostenschätzungen weitere Gespräche über das weitere Vorgehen mit der Stadt Balve, dem Landschaftsverband und der Eigentümerfamilie von Landsberg-Velen geführt werden.

In einem anderen Punkt gab Glasmacher sich selbstkritisch: „Es war ein Versäumnis von uns, dass wir uns als Heimwacht nicht zur Wocklumer Mühle geäußert haben.“ Dieses Denkmal wird wegen seines schlechten baulichen Zustands jetzt aus der Denkmalliste ausgetragen und kann dann abgerissen werden (wir berichteten). Man werde sich demnächst mehr einbringen, um Denkmäler auf Dauer zu erhalten. Nicht ganz im erdachten Sinne ist die Erhaltung von Grabsteinen bei abgelaufenen Ruhestätten. Um diese Erinnerung zu bewahren, ist eine Fläche an der Balver Friedhofskapelle dafür vorgesehen.

Aber: Beim Auf- und Abladen, und auch beim Transport steht nicht, wie anfangs vorgesehen, der städtische Bauhof zur Seite. Man muss also selbst dafür sorgen, dass der Grabstein an Ort und Stelle kommt. „Laut Stadt muss jeder Grabstein dann aufgerichtet werden“, stellte Peter Glasmacher dar. Damit muss man sich abfinden – ob dies aber so von den Bürgern angenommen wird, bleibt abzuwarten. Im nächsten Jahr installiert die Heimwacht eine Rastbank auf dem zurzeit neu gestalteten St. Johannes-Platz vor der Bücherei im Andenken an die verstorbene Maria Waltermann. „Und dies mit Blick auf ihre Pension, die sie geführt hat.“ Weitere Projekte werden von der Heimwacht zeitnah erfasst und umgesetzt.

Quelle: come-on.de – Julius Kolossa